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II. Zweiseitiger Test einer
Hypothese
Von einem Würfel wird vermutet, daß er die Sechs mit einer
Wahrscheinlichkeit liefert, die nicht gleich 1/6 ist, wie es bei
einem Laplace-Würfel zu erwarten wäre. Es soll ein Test
entworfen werden, um die Hypothese, es handele sich um einen Laplace-Würfel, zu
untersuchen.
Es wird wieder geplant, den Würfel n=100 mal zu werfen und
dabei die Zufallsvariable X=Anzahl der aufgetretenen Sechsen zu
betrachten.
Sei H0: "Es handelt sich um
einen Laplace-Würfel." (p({6})=1/6) die Nullhypothese.
Sei H1: "Es handelt sich um
keinen Laplace-Würfel." (p({6})≠1/6)
die
Gegenhypothese.
Da hier, anders als im vorangegangen Beispiel, auch bedacht
werden muß, daß der Würfel vielleicht zu selten eine Sechs
produziert, muß der Ablehnungsbereich der Nullhypothese auf beiden
Seiten des Erwartungswertes für X eines Laplace-Würfels gelegen sein
(zweiseitiger Test). Das heißt, wenn entweder sehr wenige
oder sehr viele Sechsen auftreten, werden wir die Nullhypothese
verwerfen.
Der Ablehnungsbereich ist also von der Form:
[0,1,...kl] ∪ [kr, kr+1,...100]. Bei der Planung des Tests gibt man
sich wieder eine obere Schranke α (z.B.
α = 5%) für den Fehler 1. Art α` an. Es soll also gelten:
5% =
Originaldokument enthält an dieser Stelle eine Grafik! . Es gibt nun viele Möglichkeiten, kl und kr so zu
wählen, daß diese Bedingung erfüllt ist: Wenn die linke Teilmenge
klein gehalten wird (kl klein), dann
kann man die rechte Teilmenge etwas größer wählen (kr klein) oder umgekehrt. Man würde jedoch nur
dann diese beiden Teilmengen unsymmetrisch wählen, wenn man a priori
schon eine Vermutung über die Art der Fälschung des Würfels hat.
Wenn man glaubt, daß der Würfel eher zu häufig als zu selten die
Sechs liefert, dann sollte man die rechte Teilmenge des
Ablehnungsbereiches größer und die linke kleiner wählen. Das
bedeutet, daß die linke Teilmenge leer sein sollte, wenn man
annimmt, es komme nur in Frage, daß der Würfel entweder echt sei
oder er zu viele Sechsen produziere. Dann handelt es sich wieder um
den vorher diskutierten einseitigen Test.
Ist a priori keine Information über die mögliche Art der
Fälschung des Würfels vorhanden, so wählt man kl und kr
symmetrisch. Das heißt: Die Ungleichungen
2.5% = Originaldokument enthält an dieser Stelle eine Grafik!
Originaldokument enthält an dieser Stelle eine Grafik! Der Ablehnungsbereich für die Nullhypothese lautet jetzt
[0,1,..9] ∪ [25, 26,.. 100]. Erhält man
also bei 100 Würfen eine Anzahl von Sechsen, die in diese Menge
fällt, so kann man bei einer Sicherheit von 95% behaupten, der
Würfel sei gefälscht.
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