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| ISBN: 3540212329 ISBN: 3540212329 ISBN: 3540212329 ISBN: 3540212329 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||
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III. Konstruktion eines Tests Welchen Einfluß hat die Wahl der Fehlerschranke α bzw. der Zahl k (beim oben beschriebenen
einseitigen Test) auf die Aussagekraft eines Testergebnisses? Dazu
stelle man sich vor, daß viele, unbekannte Würfel daraufhin getestet
werden, ob sie zu häufig die Sechs liefern.
Je größer nun k gewählt
wird, desto kleiner ist der
Fehler 1. Art; das heißt, daß man nur sehr selten einen echten
Würfel irrtümlicherweise für einen gefälschten hält. Oder, positiv
ausgedrückt: Fast jeder als gefälscht gehaltene Würfel ist
tatsächlich gefälscht. Erkauft wird diese relative Sicherheit des
Urteils durch eine hohe Rate von Würfeln, die nicht als gefälscht
erkannt werden, obwohl sie es sind (großer Fehler 2. Art).
Es gibt durchaus reale Situationen, in denen ein solches
Testverhalten sinnvoll ist: Betrachtet man ein Gerichtsverfahren als
einen Test (Nullhypothese: "Der Angeklagte ist unschuldig."), so ist
es gerade wünschenswert, daß eine etwaige Verurteilung des
Angeklagten (Die Nullhypothese wird abgelehnt.) nur dann erfolgt,
wenn das Gericht sich seiner Sache sehr sicher ist (Der Fehler 1.
Art sollte sehr klein sein.). Der Grundsatz "in dubio pro reo"
drückt gerade aus, daß wir bereit sind, große Fehler 2. Art
hinzunehmen.
Je kleiner k gewählt wird, desto größer wird der Fehler
1. Art, und der Fehler 2. Art wird kleiner. In einem solchen Fall
zeigt der Test sehr häufig ein signifikantes Ergebnis: Viele Würfel
werden, vielleicht auch irrtümlicherweise, als gefälscht erklärt. In
den anderen Fällen aber, wenn der Test kein signifikantes Ergebnis
zeigt, sind die Würfel echt oder nur schwach gefälscht (p({6}) = 1/6
+ε).
Ein solches Testverhalten ist zum Beispiel bei einer
Krebsvorsorgeuntersuchung (Nullhypothese: "Der Patient ist gesund.")
erwünscht: Bei möglichst wenigen Menschen sollte die einfache
Vorsorgeuntersuchung eine bereits vorhandene Erkrankung unerkannt
lassen. Der hohe Fehler 1. Art (Relativ viele Menschen erhalten die
zunächst beunruhigende Nachricht, erkrankt zu sein, obwohl sie es
tatsächlich nicht sind.) ist in dieser Situation vertretbar, denn
eine nachfolgende genauere Gewebeuntersuchung, die man aus Zeit- und
Kostengründen nicht bei allen Testpersonen anwenden will, wird bald
für Klarheit sorgen.
Die Fehlerschranke α kann also nicht
mathematisch berechnet werden, sondern entscheidend für ihre
Wahl ist die Absicht, die mit dem Test verbunden
ist.
Abschließend soll die Konstruktion eines Tests anhand eines
Beispieles erläutert werden.
In einem Spielkasino wird ein
Spiel mit einem Würfel angeboten, das an zwanzig verschiedenen Tischen
gleichzeitig gespielt wird. Nachdem einige Kunden der Polizei von spektakulären
Spielverlusten berichtet haben, vermutet der Kommissar, dass einige der
benutzten Würfel keine Laplacewürfel sind, sondern so gefälscht sind, dass sie
Anstatt nun alle Angestelle des Spielkasinos zu verhaften und
die Würfel zu beschlagnahmen, um die Personen zu verhören und die
Würfel auf mögliche Bleieinlagen zu untersuchen, dieses Vorgehen
erscheint angesichts bloßer Verdächtigungen als unangemessen, erwägt
der Kommissar, einen Test durchzuführen. Dazu sollen seine
Mitarbeitern die Ergebnisse von 50 Würfen eines jeden der zwanzig
eingesetzten Würfel notieren, um in Abhängigkeit dieser Ergebnisse
zu entscheiden, auf welchen Angestellten des Kasinos und auf welchen
Würfel er seine Untersuchungen konzentrieren sollte. In den Fällen
a) oder b) (Es liegt ein Vorwissen über die Art der möglichen
Fälschung vor.) wählt also der Kommissar eine natürliche Zahl k mit
0 ≤ k ≤ 50 und
stellt dann die folgende Entscheidungsregel auf:
Für den Fall a) X ≤ k H0 wird abgelehnt ( = H1 wird akzeptiert.) X > k
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